Kleist-Fraktur

Schriftentwurf · Kunstschriften 1910–1940 · 1928 · Ausdrucksstarke moderne Fraktur

Dichtung Novelle

Die Kleist-Fraktur ist eine Brotschrift von Walter Tiemann (1876–1951), die 1928 bei Gebr. Klingspor in Offenbach erschien. Tiemann war Maler, Buchkünstler und Typograf. Ab 1903 lehrte er an der Leipziger Akademie für graphische Künste und Buchgewerbe, von 1920 bis 1940 leitete er sie; zu seinen Schülern zählte Jan Tschichold. 1907 gründete er mit Carl Ernst Poeschel die Janus-Presse, die als erste deutsche Privatpresse gilt.

Für Klingspor hatte Tiemann schon zuvor Schriften gestaltet, darunter die Tiemann-Mediaeval (1909) und die Tiemann-Fraktur (1914). Die Kleist-Fraktur orientiert sich eng an der klassischen Luther'schen Fraktur. Sie ist recht schmal, hat aber einen ausgewogenen Grauwert und ist gut lesbar – daher eignet sie sich besonders für schmale Satzspalten.

Alphabet

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Großbuchstaben

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Umlaute und Sonderzeichen

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  • Ä
  • Ö
  • Ü
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Satzzeichen

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  • :
  • !
  • ?
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  • “
  • ‚
  • ‘
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  • *
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Ziffern

  • 0
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  • 4
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  • 7
  • 8
  • 9

Ligaturen

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  • ck
  • tz
  • ſt
  • ſſ
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Wörter im Vergleich

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Kleist-Fraktur übenDie Wichtelmänner

Verwandte Schriften

  • FrakturDie Kleist-Fraktur folgt eng dem Vorbild der klassischen Luther'schen Fraktur.
  • Breitkopf-FrakturEbenfalls eine Fraktur für Lesetext in klassischer Tradition.
  • Walbaum-FrakturEbenfalls eine klassische Fraktur für den Werksatz.
  • Deutsche Schrift (Rudolf Koch)Eine weitere Fraktur derselben Gießerei, aber mit viel stärkerer persönlicher Handschrift.

Digitale Schriftdateien

  • Kleist-Fraktur – Dieter Steffmann. 1001Fonts Free For Commercial Use License (FFC). Bezugsquelle
  • Daten nach Sekundärliteratur bzw. Font-Metadaten; Einzelbelege werden ergänzt.
  • Die Herkunft des Namens (vermutlich Heinrich von Kleist) ist in keiner gesichteten Quelle belegt.
  • Die Formbeschreibung stammt aus dem Text des Anbieters einer Digitalisierung, nicht aus unabhängiger Fachliteratur.

Quellen

  1. Klingspor Museum Offenbach – Museum für internationale Buch- und Schriftkunst. Link
  2. Kapr, Albert: Fraktur. Form und Geschichte der gebrochenen Schriften. Mainz: Hermann Schmidt, 1993.

Weitere Quellen der Recherche