Breitkopf-Fraktur

Schriftentwurf · Gebrochene Schriften des 18. und 19. Jahrhunderts · 18. Jahrhundert · Klassisch, harmonisch, gut für Bücher

Leipzig Musik

Die Breitkopf-Fraktur geht auf den Leipziger Buchdrucker und Musikverleger Johann Gottlob Immanuel Breitkopf (1719–1794) zurück. Er war der Sohn des Verlagsgründers Bernhard Christoph Breitkopf, dessen Haus später als Breitkopf & Härtel bekannt wurde. Die Schrift entstand um die Mitte des 18. Jahrhunderts, meist wird „um 1750“ angegeben, in der Zeit von Rokoko und Aufklärung.

Breitkopf wollte der Fraktur, die damals als verschnörkelt und wenig kraftvoll galt, wieder eine „kunstgerechtere“ Form geben. Als Vorbild diente ihm die Neudörffer-Andreae-Fraktur aus Dürers Umfeld. Breitkopf leitete die Arbeit, die Stempel schnitten nach Angaben von Fonts In Use die Stempelschneider Christian Zinck, Johann Michael Schmidt und Johann Peter Artopaeus.

Im Vergleich zu den Frakturen des Barock ist die Breitkopf-Fraktur sparsamer verziert. Die meisten Buchstaben folgen dem Strich einer etwa im 45-Grad-Winkel gehaltenen Breitfeder, was dem Satzbild Ruhe und Gleichmaß gibt. Bis ins frühe 20. Jahrhundert war sie eine der meistgenutzten Frakturen in Deutschland.

Um 1900 griff die Offenbacher Schriftgießerei Gebr. Klingspor die Schrift wieder auf. Danach boten viele Gießereien eigene Fassungen an, darunter Berthold, Stempel und C. F. Rühl, außerdem die Setzmaschinenhersteller Linotype und Monotype. Heute gibt es mehrere digitale Nachbildungen.

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