Theuerdank-Fraktur

Schriftentwurf · Druckschriften der Renaissance · 1517 · Prächtige kaiserliche Buchschrift

Kaiser Ritter

Der „Theuerdank“ ist ein reich bebildertes Versepos, das Kaiser Maximilian I. in Auftrag gab. Es erzählt in allegorischer Form seine Brautfahrt zu Maria von Burgund (1477). Den Text bearbeiteten Marx Treitzsaurwein und Melchior Pfinzing, gedruckt wurde das Buch 1517 von Johann Schönsperger d. Ä. Schönsperger stammte aus Augsburg und war seit 1508 Maximilians „geheimer Buchdrucker“. Die 118 Holzschnitte stammen von Leonhard Beck, Hans Schäufelein und Hans Burgkmair.

Für den Druck wurde eine eigene Type geschaffen. Sie ahmt die Schrift der kaiserlichen Kanzlei nach, denn das Buch sollte wie eine kostbare Handschrift wirken. Die Type gilt als eine der frühesten Druckfrakturen. Eine verwandte Schrift hatte Schönsperger schon für Maximilians Gebetbuch (1513) verwendet.

Auffällig sind die vielen Schnörkel. An zahlreiche Buchstaben konnten zusätzliche Schwungzüge angesetzt werden, die weit über die Zeile hinausreichen. So wirkt das Satzbild wie kalligrafisch geschrieben.

Den Entwurf schreibt man meist Vinzenz Rockner zu, einem Sekretär bzw. Schreiber Maximilians. Wer die Stempel geschnitten hat, ist nicht sicher geklärt: Die Neue Deutsche Biographie hält Schönspergers gleichnamigen Sohn für wahrscheinlich. 1519, im Todesjahr Maximilians, erschien eine zweite Auflage.

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Umlaute und Sonderzeichen

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Satzzeichen

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Ziffern

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Kaiser Ritter Ehre

Theuerdank-Fraktur übenDer Froschkönig oder der eiserne Heinrich

Verwandte Schriften

  • FrakturDie Theuerdank-Type gilt als eine der ersten Druckfrakturen und damit als Ausgangspunkt der Gattung.
  • TexturaSie ist aus der gotischen Textura abgeleitet, folgt aber der Kanzleischrift.
  • BastardaIhre Vorlage, die Kanzleischrift, gehört zum Umfeld der Bastarda, also der gebrochenen Gebrauchsschriften.

Digitale Schriftdateien

  • Theuerdank Fraktur – Dieter Steffmann. 1001Fonts Free For Commercial Use License (FFC). Bezugsquelle
  • Druckort in der Literatur teils Nürnberg, teils Augsburg.
  • Druckort 1517: Die meisten Quellen nennen Nürnberg (Wikipedia, BSB, ADB), die Stadtbibliothek Ulm offenbar Augsburg. Schönsperger behielt sein Augsburger Bürgerrecht. Die 2. Auflage von 1519 entstand laut ADB in Augsburg.
  • Urheber der Type: Vinzenz Rockner oder Schönsperger bzw. sein Sohn als Schneider (NDB); Rockners Rolle wird je nach Quelle als „Sekretär“ oder „Kalligraph“ beschrieben.
  • Gebetbuch: datiert auf 1513 (NDB) bzw. 1514/15 (Katalog UB München).

Quellen

  1. Kapr, Albert: Fraktur. Form und Geschichte der gebrochenen Schriften. Mainz: Hermann Schmidt, 1993.
  2. Bain, Peter; Shaw, Paul (Hrsg.): Blackletter: Type and National Identity. New York: Princeton Architectural Press, 1998.
  3. Bayerische Staatsbibliothek: Digitale Sammlungen (u. a. Frühdrucke; Theuerdank-Exemplar Rar. 325 a). Link

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