Weiß-Gotisch

Schriftentwurf · Kunstschriften 1910–1940 · 1936 · Streng, geometrisch

Die Weiß-Gotisch ist eine Textura, also eine gotische Schrift in der Tradition der mittelalterlichen Gitterschrift. Entworfen hat sie Emil Rudolf Weiß (1875–1942), der als Maler, Buchkünstler, Dichter und Lehrer arbeitete. Sie erschien 1936 bei der Bauerschen Gießerei in Frankfurt am Main.

Weiß hatte schon zuvor für Bauer gearbeitet: Dort erschienen etwa die Weiß-Fraktur (Entwurf 1909, im Handel ab 1913) und die Weiß-Rundgotisch, eine Rotunda. In Berlin lehrte Weiß an der Unterrichtsanstalt des Kunstgewerbemuseums; 1933 drängten ihn die Nationalsozialisten aus seinem Lehramt.

Bauer stellte die Weiß-Gotisch mit einer eigenen Schriftprobe unter dem Titel „Eine Gotische Schrift“ vor. Digitale Fassungen gibt es unter anderem von Petra Heidorn, Delbanco, Ralph M. Unger und Peter Wiegel.

Alphabet

Kleinbuchstaben

  • a
  • b
  • c
  • d
  • e
  • f
  • g
  • h
  • i
  • j
  • k
  • l
  • m
  • n
  • o
  • p
  • q
  • r
  • s
  • t
  • u
  • v
  • w
  • x
  • y
  • z

Großbuchstaben

  • A
  • B
  • C
  • D
  • E
  • F
  • G
  • H
  • I
  • J
  • K
  • L
  • M
  • N
  • O
  • P
  • Q
  • R
  • S
  • T
  • U
  • V
  • W
  • X
  • Y
  • Z

Umlaute und Sonderzeichen

  • ä
  • ö
  • ü
  • Ä
  • Ö
  • Ü
  • ß
  • langes s

Satzzeichen

  • .
  • ,
  • ;
  • :
  • !
  • ?
  • „
  • “
  • ‚
  • ‘
  • »
  • «
  • (
  • )
  • -
  • –
  • '
  • &
  • §
  • *
  • /

Ziffern

  • 0
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9

Ligaturen

  • ch
  • ck
  • tz
  • ſt
  • ſſ
  • ſch
  • ff
  • fi
  • fl
  • ft
  • tt
  • ll

Wörter im Vergleich

GitterGier
OrdnungOrdnung

Selbst ausprobieren

Weiß-Gotisch üben

Verwandte Schriften

  • TexturaDie Weiß-Gotisch ist eine moderne Textura.
  • RotundaMit der Weiß-Rundgotisch schuf Weiß auch ein rundgotisches Gegenstück.
  • FrakturMit der Weiß-Fraktur gestaltete derselbe Künstler auch eine Fraktur für Bauer.

Digitale Schriftdateien

  • Gotisch Weiss – Peter Wiegel. SIL Open Font License 1.1 / GPL mit Font-Ausnahme. Bezugsquelle
  • Daten nach Sekundärliteratur bzw. Font-Metadaten; Einzelbelege werden ergänzt.
  • Jahr: Devroye nennt 1936, die Schriftprobe stammt laut Antiquariat von 1937.
  • Die Angaben zum Lehramt und zur Verdrängung 1933 stammen aus Designerporträts von MyFonts.

Quellen

  1. Wiegel, Peter: Freie Schriften, Beschreibungen und Hintergrundtexte zu den einzelnen Fonts. Link

Weitere Quellen der Recherche