Schulkursiv
Handschrift · Schulschriften · 1968 · Schulausgangsschrift der DDR
Schule Tafel
Die Schulausgangsschrift (SAS) ist eine verbundene lateinische Schreibschrift. Sie wurde 1968 in allen ersten Klassen der zehnklassigen allgemeinbildenden polytechnischen Oberschulen der DDR eingeführt. Den Anstoß gab die Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig. Entworfen wurde die Schrift unter der Leitung von Renate Tost und Elisabeth Kaestner. Sie ersetzte die Schulschrift von 1958, die wiederum auf die westdeutsche Lateinische Ausgangsschrift zurückging.
Die beiden Autorinnen erklärten 1969, warum eine neue Schrift nötig war. Die verschnörkelten Großbuchstaben der alten Vorlage verzögerten das Schreibenlernen, und viele Kinder verformten die Buchstaben schon früh. Die neue Schrift setzte deshalb auf vereinfachte Großbuchstaben ohne Schleifen und Wellenlinien, die ihre Unterscheidungsmerkmale klarer zeigen. Die Kleinbuchstaben sollten mit straffen Auf- und Abstrichen dem natürlichen Schreibfluss folgen. Einzelne Buchstaben wie b, v und w wurden an den Verbindungsstellen geschlossener gestaltet. Bei A, F und H entstand eine neue Verbindungsform.
Ein Ziel war auch, dass die Kinder ihre persönliche Handschrift entwickeln können. Die neutral gestaltete Vorlage legt den Schreiber nicht auf unnötige Einzelheiten fest. Abgewandelt sollte sie auch als Beschriftungsschrift für Karten und Formulare dienen. In den folgenden Jahren kamen Kursivvarianten für die höheren Klassen hinzu; Renate Tost veröffentlichte 1971 einen Beitrag zur Einführung einer „Schulschrift-Kursiv“ in Klasse 4.
Nach der Wiedervereinigung blieb die SAS neben der Lateinischen und der Vereinfachten Ausgangsschrift eine der zugelassenen Ausgangsschriften in Deutschland. Sie wird vor allem in östlichen Bundesländern genutzt. Die Regeln ändern sich aber: Sachsen-Anhalt etwa hat die Schulausgangsschrift in seinem Grundschullehrplan inzwischen durch die Grundschrift ersetzt.
Für Leser historischer Dokumente ist die SAS leicht zu entziffern. Ihre Kleinbuchstaben gleichen der Lateinischen Ausgangsschrift weitgehend. Erkennbar ist sie vor allem an den schlichten, schleifenlosen Großbuchstaben.
Alphabet
Kleinbuchstaben
- a
- b
- c
- d
- e
- f
- g
- h
- i
- j
- k
- l
- m
- n
- o
- p
- q
- r
- s
- t
- u
- v
- w
- x
- y
- z
Großbuchstaben
- A
- B
- C
- D
- E
- F
- G
- H
- I
- J
- K
- L
- M
- N
- O
- P
- Q
- R
- S
- T
- U
- V
- W
- X
- Y
- Z
Umlaute und Sonderzeichen
- ä
- ö
- ü
- Ä
- Ö
- Ü
Satzzeichen
- .
- ,
- ;
- :
- !
- ?
- „
- “
- ‚
- ‘
- »
- «
- (
- )
- -
- –
- '
- &
- *
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Ziffern
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- 8
- 9
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