Hansa Gotisch

Schriftentwurf · Gebrochene Schriften des 18. und 19. Jahrhunderts · 1884 · Kräftig, gotisch

Hamburg Hanse

Die Hansa-Gotisch ist eine gebrochene Schrift der Hamburger Schriftgießerei Genzsch & Heyse. Typografie.info und der Schriftdigitalisierer Peter Wiegel datieren sie auf 1884 und bezeichnen sie als Hausschnitt, also als Eigenentwicklung der Gießerei. Im Bleisatz gab es sie in Größen von 10 bis 84 Punkt. Ein Gestalter ist nicht überliefert.

Genzsch & Heyse wurde 1833 von Johann August Genzsch gegründet und zählte im 19. Jahrhundert zu den wichtigsten deutschen Gießereien. Ab 1868 brachte sie „Mediaeval“-Schriften im Renaissance-Geschmack heraus und setzte damit nach der Chronik der Schriftgießereien einen neuen Trend. 1876 folgte die enorm erfolgreiche Neue Schwabacher, 1877 die Mediaeval-Gotisch. Die Hansa-Gotisch gehört in diese Zeit, in der Gießereien ältere gebrochene Schriftformen für den Akzidenzsatz neu belebten.

Der Name spielt wohl auf die Hansestadt Hamburg an, den Sitz der Gießerei. Digital gibt es die Schrift von Gerhard Helzel und Dieter Steffmann sowie als „Hansa Gothisch“ von Peter Wiegel. Wiegels Fassung folgt dem Normblatt UNZ-1 und enthält langes und rundes s sowie Ligaturen.

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  • TexturaDie Bezeichnung „Gotisch“ verweist auf die Tradition der mittelalterlichen Textura.
  • SchwabacherDieselbe Gießerei landete kurz vorher mit der Neuen Schwabacher (1876) einen großen Erfolg.
  • AltgotischBeide sind Akzidenzschriften des späten 19. Jahrhunderts, die gotische Formen neu beleben.