Jessen-Schrift

Schriftentwurf · Kunstschriften 1910–1940 · 1926 erstmals gedruckt, 1930 im Handel · Gotische Minuskeln mit Antiqua-Versalien

Die Jessen-Schrift geht auf eine Bibelschrift zurück, an der Rudolf Koch ab 1924 arbeitete. Ursprünglich hieß sie „Bibel-Gotisch“. Zum ersten Mal verwendet wurde sie im Druck „Die Vier Evangelien“ von 1926, den Koch selbst herausgab und in der Hausdruckerei von Klingspor drucken ließ; die Schrift hat er dafür selbst entworfen und geschnitten.

Später benannte Koch die Schrift nach Peter Jessen, dem langjährigen Direktor der Bibliothek des Berliner Kunstgewerbemuseums (heute Kunstbibliothek), der unter anderem das Tafelwerk „Meister der Schreibkunst“ herausgegeben hatte. Als „Jessen“ brachte Gebr. Klingspor die Schrift 1930 in mehreren Graden auf den Markt.

Auffälligstes Merkmal ist die Mischung aus gebrochenen, gotischen Kleinbuchstaben und Großbuchstaben in Antiqua-Form. Charakteristisch sind ein „A“ mit breitem Querbalken oben und ein „S“ mit senkrechten Serifen; für „E“ und „F“ gibt es Unzial-Varianten. Verwendet wurde die Schrift vor allem für kirchliche Drucke, etwa 1953 für ein württembergisches Gesangbuch.

Seit 2019 gibt es eine freie digitale Fassung aus dem Projekt „Gotico-Antiqua“ der ANRT (Nancy).

Alphabet

Kleinbuchstaben

  • a
  • b
  • c
  • d
  • e
  • f
  • g
  • h
  • i
  • j
  • k
  • l
  • m
  • n
  • o
  • p
  • q
  • r
  • s
  • t
  • u
  • v
  • w
  • x
  • y
  • z

Großbuchstaben

  • A
  • B
  • C
  • D
  • E
  • F
  • G
  • H
  • I
  • J
  • K
  • L
  • M
  • N
  • O
  • P
  • Q
  • R
  • S
  • T
  • U
  • V
  • W
  • X
  • Y
  • Z

Umlaute und Sonderzeichen

  • ä
  • ö
  • ü
  • Ä
  • Ö
  • Ü
  • ß
  • langes s

Satzzeichen

  • .
  • ,
  • ;
  • :
  • “
  • (
  • )
  • -

Ziffern

  • 0
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9

Wörter im Vergleich

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